Skifahrt nach Österreich


 

"Berge sind stille Meister und schaffen schweigsame Schüler“ 

 

 Auf der Grundlage eigener Begeisterung und der Überzeugung von den heilsamen Kräften der großen Naturgewalten haben wir vor fast zehn Jahren die erste Schulskifahrt in Kooperation mit der Schule für Kranke (Johann Christof Winters Schule) gestartet.

 

 Seitdem fahren wir einmal im Jahr mit einer Gruppe von acht bis zwölf Schüler*innen für sieben Tage nach Gerlosstein im Zillertal. Nach der Nachtfahrt im Bus kommen wir morgens in den Alpen an, gondeln auf fast 1700 m Höhe und verbringen die Woche in einem Jugendgästehaus auf dem Berg.

 Hier beginnt schon das erste Verlassen der Komfortzone für einen Großteil der Jugendlichen, die nicht selten aus Brennpunktvierteln der Großstadt kommen. Viele haben noch nie die Berge gesehen und eine Landesgrenze überschritten. Die Tage auf dem Berg folgen einer klaren Rhythmisierung: frühes Aufstehen, gemeinsames Frühstück, zwei Skieinheiten pro Tag, gemeinsame Mahlzeiten im Speisesaal, Abendprogramm.
 
 Der Skiunterricht findet in Kleingruppen statt, drei Kolleg*innen haben mittlerweile den Skilehrer*innenschein erworben. Beim Skilernen heißt es für die Jugendlichen neben der rein motorischen Herausforderung vor allen Dingen zunächst Ängste zu überwinden, Durchhaltevermögen zu zeigen, sich an die Gruppe anzupassen, Regeln einzuhalten und Rücksicht auf Schwächere zu nehmen. Durch den großen Aufforderungscharakter des Skifahrens, gepaart mit der Sicherheit und dem Vertrauen das in der Gruppe und im engen Kontakt zu den Lehrer*innen geschaffen wird, gelingt es den Jugendlichen in der Regel im Sinne der klassischen Erlebnispädagogik die physisch, psychisch und sozial herausfordernden Aktivitäten anzunehmen und ganzheitliche, persönliche Lern- und Entwicklungsprozesse anzubahnen.

 Neben den sportlichen Aktivitäten bieten wir den Jugendlichen hier weitere Naturerfahrungen durch Schnee- und Nachtwanderungen, aber auch Spiel- und Gesprächsangebote. Höhepunkte sind immer wieder die erste rote Piste mit dem verdienten Kakao mit Sahne auf der Hütte „Arbiskogel“, die Skitaufe und die Fackelwanderung. So fahren in der Regel nach einer Woche alle Teilnehmenden stolz auf die eigenen Leistungen mit großem Gefühl von Selbstwirksamkeit und innerlich gestärkt für weitere Herausforderungen zurück in die Großstadt.