Mit sicherem Tritt und Griff neuen Halt gewinnen“
Das Klettern hat an der Förderschule Zülpicher Str. bereits eine lange Tradition. Seit nahezu 20 Jahren bieten wir das Klettern in Form von klassenübergreifenden Lernangeboten (KÜL) für die Sek.1
und OLGA für die Grundschule an.
In kleinen Gruppen wird den Kindern hier das Klettern am Seil nahegebracht. Als Orte dienen die Kölner Kletterhallen, mit denen die Schule in Kooperation steht, aufgrund der räumlichen Nähe vor
allen Dingen die Kölner Kletterfabrik. Im Kollegium gibt es ausgebildete Kletterbetreuer*innen, die sich regelmäßig beim Deutschen Alpenverein weiterbilden und auch die Berechtigung besitzen den
Toprope-Sicherungsschein des DAV zu vergeben. Dies stellt besonders für die älteren Schüler*innen eine hohe Motivation dar.
Warum wirkt Klettern therapeutisch?
Klettern ist mehr als eine Trendsportart, in der der ganze Körper trainiert wird und man seinen Mut an bunten Griffen und hohen Wänden beweisen muss. Die Wirkungen des Kletterns auf Psyche und
Miteinander sind nachgewiesen und werden zunehmend auch im pädagogischen und therapeutischen Bereich genutzt. Stück für Stück können neue Ziele gesetzt und innere Barrieren überwunden
werden.
Über konkrete Aufgabenstellungen an der Kletterwand können Selbstvertrauen und Körperbewusstsein gefördert, Ängste überwunden und Teamfähigkeit geschult werden. Gerade bei unserem Schülerklientel
mit vielen Kindern mit AD(H)S, aus dem Spektrum, mit Entwicklungsverzögerungen, oder psychischen Auffälligkeiten und Angststörungen kann das Klettern einen entscheidenden Beitrag zur Entwicklung
leisten.
Klettern fördert und entwickelt nachweislich
Es ermöglicht weiterhin
Gleichzeitig spürt das Kletterkind beim Klettern seinen Körper und Emotionen wie Freude, Vertrauen, Unsicherheit. Es wird zur Bewältigung komplexer Situationen angeregt, die eine hohe Erlebnisqualität besitzen. So können Bewältigungserfahrungen gemacht und das Selbstbewusstsein durch intensive Selbstwirksamkeitserfahrungen gestärkt werden.
Klettern am Seil funktioniert nur im Team. Sicherer*in und Kletterer*in müssen einander vertrauen, zuverlässig sein, sich austauschen und im besten Fall gegenseitig motivieren. Das Klettern an unserer Schule erfreut sich sicher auch aus oben genannten Gründen so großer Beliebtheit, dass neben dem Klettern am Seil eine zweite Gruppe für KÜL eingerichtet werden musste, in der gebouldert wird und die von einem externen Trainer des Boulderplaneten Köln geleitet wird. Auch hier sind die Wirkfaktoren des Kletterns sichtbar.
Ausblick: Besonders begeisterte Jugendliche versuchen wir zum Klettern an den Verein Hoch-Hinaus e.V. zu vermitteln, der ergotherapeutisch basierte Angebote in Klettergruppen macht, die über Rezept abgerechnet werden können. Eine Gruppe einzurichten, die von der Jugendhilfe finanziert wird und in der die Jugendlichen ihrem Hobby außerschulisch nachgehen könnten, ist in Planung. Des Weiteren würden wir gerne den Klettersport durch Ausflüge in Klettergebiete, z.B. Eifel/Niedeggen als Natursport am Felsen sichtbarer machen.